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Huhuuuu, Habari – ich bin wieder mal auf diesen Seiten – so öppis 😉 Und ja, ich war mal wieder in Tanzania: letzten April! Einfach so & so einfach. Meinen Bekannten Martin Zoller habe ich meine Kontakte vermittelt für seine Researchenreise – und das ging ja dann aber gar nicht, dass er meine Freunde trifft und ich nicht… So ging ich mit. Und wieder einmal mehr läuft in Afrika alles anders und doch richtig. Die Dates konnten nicht stattfinden, dafür haben aber meine Talente sonst gewirkt!

Dar-es-Salaam: Orlando und Carla (aus Bolivien und USA) sind Teacher an der International School in Dar-es-Salaam, Martins Freunde, bei denen er wohnte. Ich war AirB&B-Gast bei Erica Wallace, eine Local und crazyclevere Geschäftsfrau. Wunderbare Menschen – danke & ich freue mich, dass ich euch verknüpfen durfte! Einzig, dass ich die drei Tage im finanziell weissen-Standard agieren musste, danke ich für den warmen Regen,  die Wahnsinns live Musicsessions, für die Chats auf der Strasse. 

In Zanzibar in einer Ecolodge habe ich mich sozusagen mit dem Wasser ausgesöhnt. Denn vor diesem Element habe ich seit jeher einen grossen Respekt. Doch die Gelegenheit war gegeben. Denn Regen, Ebbe, Flut … Wasser von oben, von unten, von Überall, bei warmen dreissig Grad.  Und es war eine

In Stonetown wurde ich von Hassan aufgenommen – bei meiner ersten Bleibe war durch die starke Regenzeit das Dach eingestürzt. Ich wurde drei Tage lang bekocht & beflirtet ;-). Und mega-süss: Hassan sein Eineinhalbjähriger Kater Amigo. Wie der Vierbeiner umsorgt wird…ich denke immer wieder, Hassans Zukünftige kann sich glücklich schätzen. Als ich mal mit dem Kater schmuse, meint Hassan, Amigo sei sicher traurig, da er immer im Appartment hausen muss, aber draussen würde er sich verirren. Ich sage ihm, dass Katzen immer wieder nach Hause finden und Amigo sei seiner Lebtag schon hier. Hahaaa, aufmerksam zugehört ist Amigo auf seinen Schultern, als wir an den Markt wollen. „Hassan, im Ernst. Meinst du nicht, der Kater wird einen Schock haben – und du wirst das letzte Mal am Fischmarkt bedient?“ Und schaut, er hat ihn stückweise daran gewöhnt und nimmt ihn heutzutage mit an den Strand mit!

Ein absolutes Highlight war (m)ein Wiedersehen: Ihr erinnert euch an meinen ersten Besuch in Zanzibar – wo ich wunderbare Stunden mit den Henna-Frauen verbrachte? Genau! Ich hab mir wieder von Ashura das Henna machen lassen!! Die anderen Bibis waren nicht dort. Doch Ashuras Riesenfreude hat für alle mitgereicht! Hassan war ungläubig tief berührt & als seinen Dankesbeitrag, hat er mir das Henna dann geschenkt.

Und was ist mit meinem Peter Bahati? Er ist immer noch in Mugumu! Und er arbeitet immer noch im Hotel Switzerland. Und er klingt bis noch immer ’nüchtern‘. Wenn ich ihn dann frage, wie es mit der Liebe aussieht, winkt er ab. „Den Frauen hier geht es nicht um Liebe, sie sind nicht du.“ Asante sana für dein Kompliment. Aber ich würde es dir von Herzen gönnen, dass du vollständig ankommen und deine Liebe & Fürsorge sich entfalten und wachsen kann.

Und wie geht’s nun ‚hier‘ weiter? Ich denke, ich werde diesen Blog aufpeppen und weltmännisch erweitern. Afrika ist und bleibt meins – und doch gibt es noch soviel Anderes, was in meinem Leben ist!  http://www.andrea.world – Meine Welt für dich! Ich bin gespannt….

 

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Mein Tagebuch lesen

Über die üblichen Kanäle wie Amazon, Thalia, Weltbild & Co. könnt ihr mein Tagebuch erwerben: Ich rocke den Lake Victoria, Andrea Shija’Estrana Wobmann“. Mit dem kleinen Erlös werde ich wiederum vor Ort den Strassenkindern eine Mahlzeit spendieren können… Asante sana!! Andrea

Peter war kurzzeitig bei seiner Schwester in Tarime. Dort ging eine neue Goldmine auf. Doch, er sei erfolgreich, verdiene gutes Geld, meint er anfänglich. Nein, er habe aufgehört, nachdem zweimal Felsbrocken von über ihm runterdonnerten, das Leben sei mehr wert. Nun ist er zurück in Mugumu & arbeitet in einem neu eröffneten Betrieb: Hotel Switzerland!

Jadida Juliana sei in Bukoba, arbeite für Williman – nachdem sich dieser von Kiroyeratours trennte. Ich hoffe, es geht ihr gut!

Marys Clan ist ohne Mama Mary und Baba. Die beiden sind nach einem erfüllten Leben, und die letzten Jahre bei Mary in Dar wohnend, weitergereist. Anders mobil ist Pura: sie hat die Fahrprüfung gemacht – sie wird in Dar es Salaam Daladala(Bus)Fahrerin. Na, dann freue ich mich auf das Wiedersehen!

Zum Hello-Chai-Rundum hatte es bei meinem letzten Besuch im Dezember nicht gereicht. Ich genoss in Arusha meine Dada Esthi, welche bei ihrem damaligen Teachen in Moshi ihren Ehemann Daniel (ein Mzungu) kennenlernte, heiratete und nun für Kilimomarkets.com in dessen Familienbetrieb mittätig ist. Der Sohnemann Lukas wird diesen Sommer ein Geschwisterchen zur Seite haben!

Kwaheri na Moyo, Andrea Senene Pimpi

 

Mein Buch :-)

Mein ganzes „Tagebuch“ gibt es als eBook bei Thalia, Amazon, Weltbild, etc. zum downloaden – für ein „Fünfliber“…. Der Titel? „ICH ROCKE DEN LAKE VICTORIA“. Wer die Gegend und einzelne Geschichten bereits im Blog gelesen hat, weiss warum das so passt!

Sehr gefreut hat mich bei einer noch nicht wirklich überarbeiteten Version eine Rezession (über Neobooks) von einem mir unbekannten Leser. Hier seine Worte: Andrea erzählt ihre ebenso spannende wie geistreiche Autobiographie einer mutigen, beherzten Frau. In der unvergleichlichen Landschaft Tanzanias schwelgt sie in humorvollen, informativen und poetischen Reflexionen über eine Welt, die sie nie wieder loslassen wird.

Also: viel Vergnügen euch Allen! Andrea Senene Pimpi

 

Hello!

Ein Weilchen verging…nach der Todesmeldung von Peter… Anfänglich bin ich unerwartet gefasst. Erst zwei Wochen später habe ich einen heulenden Traueranfall. Inzwischen habe ich auch Mary informiert. Sie ist geschockt. Auch William habe ich getextet. Er kann es nicht glauben. Er wird sich aufmachen, die Grabstätte von Peter zu finden. William meint, ich solle ihm den Kontakt seiner Familie in Kenya angeben. Nein! Diese haben meine Nummer und eMail. Wenn Peter in Kenya beerdigt wäre, hätten sie mich das sicher wissen lassen. Auch können wir nicht von unserer Seite her anrufen. Denn falls sie (noch) unwissend sind, werden sie misstrauisch. Und ohne was-in-den-Händen will ich dem Onkel keine trüben Gedanken bescheren. Abwarten, was William melden wird. Allerdings werde ich etwas wütend auf ihn, denn er zieht andere Anlässe immer vor (facebook sei Dank bin ich bestens darüber informiert). Ich finde es nicht korrekt, aber wieder einmal mehr, blustet sich William auf und hintendurch denkt er nur für sich. Schade.

Mitte Oktober. Ich habe immer noch keine definitiven Neuigkeiten. Der Typ, der die Nachricht nach Kiseke brachte, ist seither nicht mehr aufgetaucht und auch nicht erreichbar. Ich werde mich damit abfinden müssen, eine unabzuschliessende Geschichte zu haben.

Dann endlich ruft William an. Schon wieder eine neue Nummer. Kein Wunder, auch er hat mindestens fünf fixe neben all den anderen… HEEE??!!!   Was, nein, das ist die Direktwahl aus dem Paradies!! Peter redet mit mir!! Ich sage ihm ganz direkt, er sei doch tot. Er nimmt es einerseits gelassen, andererseits erstaunt ihn dies. Immer wieder versichert er sich, dass ich seine Stimme wiedererkenne. Er ist in Mugumu. Er sei sehr krank gewesen. Man habe ihn heimlich hierher gebracht. Warum? Schweigen. Sam habe alles arrangiert. Ein Gemischgebrabbel von Streitereinen ist dabei, von Kidnapping, von Krankheit… Aber jetzt sei er wieder wohlauf, in Sicherheit. „Die letzten sechs Wochen seien hart gewesen.“ Sechs Wochen? Du hast mich vor über drei Monaten zuletzt angerufen. Da wird es merkwürdig still am anderen Ende. Peter hat wahrlich einen Filmriss über Wochen! Und ich will eigentlich gar nicht aufgeklärt werden. Nicht am Telefon, das verstehe ich zu Widersprüchliches. Er möchte mit Mary sprechen. Ich gebe ihr die Nummer. Sie schreibt mir später, ohne konkreteres zu erwähnen, dass es ein Wunder sei, dass Peter noch lebe, da sei soviel Unglaubliches passiert. Später höre ich von anderer Seite, dass es überall in Tanzania viele schlimme Todesfälle gab, bedingt durch „vergifteten“ Kognagy!

Wie auch immer. Peter lebt. Und er klingt wirklich gut. Und er wird nicht böse, als ich ihn bitte, „sesshaft“ zu werden. Dies, indem er sich eine liebe Frau sucht und endlich seine eigenen Kinderlein produziert…

Adieu!!

Ein Weilchen ist es her…. & ich mit Jobwechsel, privaten Weiterbildungen &&& sehr beschäftigt… Peters Geschichte dazwischen? Nachwehen-en-gros!!

Ihr erinnert euch, als er vor über einem Jahr Scherereien bekam. Er ist darauf weitergezogen in ein anderes Vorortvillage von Mwanza, in entgegengesetzter Richtung. Dann höre ich, dass die Truppe Männer, die ihn verprügelt hatte, wieder aus dem Gefängnis herauskam. Natürlich liessen sie die Schmach nicht auf sich sitzen und gingen erfolgreich auf die Suche nach Peter. So ist er mehrmals „geflüchtet“. Er fängt an zu erzählen, dass die Leute ihn wohl umbringen wollen. Er denke, zurück nach Mugumu zu gehen (wo er seine inzwischen verstorbene Mutter nach 25 Jahren wieder fand) oder sogar nach Kenya (wo er sich aber vor den Reaktionen seines Onkels fürchtet). Jobmässig hielt er sich solala über Wasser. Gesundheitlich klagte er immer wieder über übelste Malaria (wobei er einmal sieben Tage stationär gewesen sei – wenn das stimmt, dann war er wirklich schlimm dran).
Dann ruft er anfangs Juni an. Oha, der Herr hat einen sitzen. Anfänglich noch geduldig höre ich ihm zu. Er fleht mich an, dass ich als seine Freundin ihn retten müsse. Sie wollen ihn umbringen. Er müsse nach Musoma fliehen. Musoma? Das ist, wie wenn mir in der Zentralschweiz jemand sagt, er müsse nach Basel, wobei dieser aber doch aus Mulhouse, als über der französischen Grenze herkommt. Peter kann mir nicht erklären, warum Musoma und auch nicht, welche Krankheit er angeblich hat und schon gar nicht konkret, warum er vor welchen Leuten flüchten muss. Ich werde vehement und sage ihm, er dürfe mir bei klarem Kopf gerne nochmals anrufen und alles erklären. Ups, er ruft: „Du lässt mich hängen. Du wirst nie, nieee wieder von mir hören…!!“. Er hängt auf, Première! Ich bin etwas verdutzt, reagiere aber nicht weiter. Wahrscheinlich sitzt er jetzt am anderen Ende und erwartet meinen nochmaligen Rückruf. Falsch gedacht…

Auch wenn wir uns die acht Monate nur eine handvollmal gehört haben, durchgeklingelt hat Peter periodisch alle zwei Wochen. Nur ich nicht jedesmal zurück, der muss nicht meinen, ich schwimme im Geld. Nun jetzt höre ich nichts mehr. Und da der Herr keine feste Telefonnummer besitzt, probiere ich es gar nicht erst irgendwo.

18. August. Ich bekomme eine sms von Neema rein. Mmmh, wir texteten doch erst gerade… Was muss ich da lesen? Es tue ihr leid mir mitteilen zu müssen, dass Peter gestorben sei! Ich rufe sie an. Die Nachricht sei gestern bis nach Kiseke gekommen. Peter sei vor Wochen verstorben. In welchem Village wusste sie nicht, wie&warum auch nicht; aber sie werde sich schlau machen. Ich erfahre, dass Peter „an nicht geklärten Gründen“ gestorben ist. Eine Variante ist die Mischung aus Alkoholismus, Malaria und einer Schlägerei, eine andere lauter, dass man ihn umgebracht habe! In seinem Dorf habe man dann Geld gesammelt und sein Leichnam sei nach Musoma überbracht worden. Und da deckt es sich glaubwürdig. Da haben wir wieder „Musoma“??? Ich verstehe die Welt gerade nicht mehr. Und irgendwie stimmt da auch was nicht. Traurig bin ich. Und etwas wütend, dass ich die Erfahrung machen muss, „im Streit“ unversöhnt auseinandergegangen zu sein… Lebe wohl!!

Madaraka läuft dieses Jahr zweimal auf den Kili: im Juni mit Studenten aus den USA, im September mit einem belgischen IronCyglist. Wer Lust hat, darf sich gerne bei mir melden!

Übrigens wurde unser Film Sons of Africa am diesjährigen Panafrican Festival in Californien gezeigt!