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Archive for September 2010

schulmädchen-alarm!!

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Girls-Time und frische Luft

….ein bisschen andere Heimat….

Los, auf, nochmals nach Bukoba! Auch die 2nd-Class-Sechserkabine auf der Nachtfähre ist überraschend bequem. Für die Männer war schon ausverkauft. Tom will sich nicht sitzend in die Dritte Klasse quetschen, er wird auf dem Deck freiluftschlafen. Das Fährendinner ge-niessen und lachen wir mit Floresti Pierra. Marys jüngere Schwester lebt in London. Sie ist gerade für zwei Wochen auf Verwandtenbesuch in ganz Tanzania, morgen sind die Eltern dran. Danach fliegt sie alleine zurück nach UK. Ihren zwei Jahre alten Sohnemann Joshua lässt sie ein halbes Jahr bei Mary. Wie ihre Schwester, ist auch Floresti eine ganz tolle Powerfrau.

Bei Sonnenaufgang gestrandet, gilt unser erster Überraschungsbesuch Kiroyeratours und dem Mandeleo-Restaurant. Aaaiijj! Oh Gott! Wir werden überrannt und nicht mehr losgelassen – die Jungs quitschen genauso laut wie die Girls – ist das schön!! Durch die Strassen in Bukoba treffen wir unzählige bekannte Menschen an. Diesmal verabschiedet Tom sich „richtig“ und haut nicht einfach ab. Er merkt, dass dies der bessere Weg ist, er blüht richtig auf, schön, seine tief strahlenden Augen.

Nach einer sehr kurzen Nacht bringt mich Tom nach Kamachumu, Marys Heimatdorf in den Bergen. Eineinhalbstündige, stetig steigende Daladalafahrt durch Bananen-, Tee- und Kaf-feeplantagen. Im überfüllten Bus steht ein fünfjähriger Junge zwischen meinen Beinen – die ganze Fahrt über kein Murren, kein Gequengel. Das ist so, die Kinder haben ohne zu meckern zu tun, was die Eltern sagen. Als er schläfrig wird, squeeze ich meine Beine etwas zusammen, er kann so sich hängen lassend eindösen…

Kamachumu-Plateau, on the Top, eine frische Quelle stürzt sich gleich als Wasserfall hins Tal hinunter. Die Weitsicht über die Ebene ist traumhaft, die Felsformationen wunderprächtig. Ich komme mir vor, als sei ich auf einer Schweizer Herbstwanderung – die gleiche Atmosphäre, die gleichen Pflanzen, der gleiche Duft, die gleichen (gefährlichen) Naturwege, über Stock und Stein – der einzige Unterschied: das alles in glitschigen Flippflopps! Beim Aufstieg zurück spiele ich One-Man-Boygroup: eine Horde Teeniemädchen in ihren weiss-grünen Schuluniformen umkreist mich hysterisch kreischend und betatscht mich. Sie wollen alles von mir wissen – tja, warum nicht, ich geniesse es – auch den eigens hergerufenen Fotografen. Knips! Im Dorf zurück scheint der Markt ein Morgenmarkt zu sein – schade. Dafür im Mittagsrestaurant bestürmt uns die zweite Horde Schüler: sie bekamen gerade ihre Zeugnisse und eine Abschlusscoke spendiert. Ganz schön kess die Übermütigen.

Weiter peilen wir die Campside an – auch diese Jungs machen Freudensprünge. Bei meinem alleinigen Strandspaziergang darf ich mich wieder glücklich schätzen: Ich stosse auf lässig und süsse aufgeweckte Mädchen – die dritte Schülergruppe heute, funny! In mehr oder weniger vollständiger Schuluniform oder im Negligée, plantschen, albern und kokettieren sie (mit mir) im See herum.

Und schon wird wieder Nacht.

Die nächste Tagestour bestreiten wir radelnd. Ein Riesenkreis um Bukoba herum, stetig steigend. Auf halbem Weg dringelts mir. Etwa auf selber Höhe wie bei meinem ersten Besuch in Bukoba, wo wir auf dem Laster tanzten. Wir haben unser Breakfast komplett vergessen, sowas! Bei einem kleinen Strassenrestaurant bekomme ich den allerletzten Chapati, ölig triefend. Schmeckt aber super lecker zum Zucker-Chai und stärkt mich auf Knopfdruck. So radelts es sich gleich viel leichter. Weite Teeplantagen: Wir dürfen nur bei der edlen Handpflückung von Teeblättern zuschauen, für in die Fabrik hätten wir uns anmelden müssen, schade. Wir trampeln weiter. Dunkel schummrig: wir begehen auf allen Vieren eine ein-einhalbmeter hohe Höhle. In dieser hielten sich beim Kagerakrieg 1979 zwischen Uganda und Tanzania unzählige Deutsche und Afrikaner über ein Jahr versteckt. Hätte ich diesen Höhlenbesuch offiziell durch Kiroyera gebucht, bekäme ich jetzt eine Auszeichnung dafür: Den Durchgang der Höhle werde als Mutprobe betrachtet. Und dann noch rauschendes blickdichtes Dickicht? Es öffnet sich eigentümlich eine andere Szene:: endless sehe und höre ich dem Rauschen herrlich breiten Wasserfalls zu. Und grinse bei Mister Tarzen-Toms schwungvollen Lianen schaukeln – sein Gewicht dafür ist nun etwas drüber…

Zur Campside radeln, es gibt’s frischen Fisch auf den Tisch, ich meine, auf die Bank und zum Dessert knutsche ich mit Shengoma. Ich hab den kleinen Knirps gar nicht wiedererkannt. Er ist so schlaksig geworden. Wo ist sein wacher und schelmisch glitzernder Blick geblieben? Ich muss erfahren, dass sein Vater vor drei Wochen gestorben ist. Etwas Freude leuchtet auf, als er mit meinen Fotoapparat unzählige Bilder schiessen darf. Danke, der Kleine hats echt drauf und blüht richtig auf!

Auf dem Nachhauseweg – ein klitzekleinwenig angesäuselt von Erics starkem Rubisi (Bana-nenschnaps) – treffen wir auf eine Horde Polizisten und Juristen. „Hinsetzen“. Hakuna Matata: nur zu einem Bier, wir müssen auf unsere Anwesenheit anstossen. Die Details, warum diese alles Toms Freunde sind, will ich lieber nicht wissen.

Die Strecke zur nächtlichen Lodge mit dem Solala-Fahrrad durch die Menschen-gefüllten, Strassenlicht-fehlenden Strassen finde ich ganz lustig. Mein Mund weniger, der hat etwas Mühe, mir mit meiner Mobile-Taschenlampe darin einigermassen den richtigen Weg zu weisen – denn immer noch bin doch nachtblind!

Und am vorletzten Tag sitze ich fest! Schon wieder und wieder freiwillig. Ich lasse mir endlich die Haare flechten! Allerdings muss ich erfahren, dass die schmalsten, gedrehten Strähnchen die ich haben will, nur von Masai (vorwiegend Männer) gedreht werden. Aber vielleicht werden mir diese Zöpfchen auch gefallen. Zudem ist es regnerisch heute und ich habe nichts anderes auf dem Plan. Patricia und ihre Kollegin sind zeitgleich mit meinem Haupt beschäftigt. Das Kommen-und-verschönert-Gehen im Saloon ist wunderbar kurzweilig. Die weibliche Klientel ist illuster, wie auch das Prozedere: Haare strecken, kräuseln, waschen, einlegen, aufstocken, einflechten und schoren, und mit naturfarbenen und weissen, roten, gelben und violetten Strähnchen und Haarteilen versetzen. Ich selber hab nach zehn Stunden eine Last von fünf Packungen Kunsthaar „Schokobraun“ zu tragen . Pausenlos nehme ich rundum alle Komplimente dankend entgegen. Ich weiss zwar jetzt schon, dass ich in Mwanza die hüftlan-gen Haare umgehend wieder entfernen werde. Diese Strähnen sind zu dick und schwer; nicht wirklich geschäftstauglich nach europäischen Normen gemessen.

Der letzte Morgen in Bukoba beginnt ziemlich still; es ist letzter Ramadam-Tag und das an einem heiligen Freitag! Viele Geschäfte sind geschlossen, die Strassen festlich gefüllt durch die traditionell muslimischen gekleideten Frauen und Männer. Einmal mehr ein friedlicher Gedanke an die religiöse Vielfalt in Tanzania. Ich habe mir damit manchmal ein Spiel erlaubt. Wenn ich nach meiner Religion gefragt werde, antworte ich ganz unterschiedlich. Einmal bin ich Christin, einmal Muslimin, mal Katholikin, mal Hindu, mal glaube ich an Naturgötter, mal an gar Nichts… Und tatsächlich, es hat sich bestätigt: Keine Nachfragen „warum, wieso, wäre es nicht besser, warum nicht…“; keine; bis auf bei „Keiner“. Es ist wirklich einerlei, welcher Religion ich angehörige, Hauptsache ich habe eine!

Heute frühstücke ich wehmütig meine letzten Badjas im Maendeleo. Überraschung, endlich findet und erreicht Methodia Sharons Mama! Ich werde zu ihrem neuen Arbeitsort gebracht. Und noch einmal Freudesgekreische und die mir unbekannten Marktfrauen umarmen mit! Ich schenke Sharons Mutter gleich einer meiner Lieblingstops – freut die sich, toll.

Dann wieder auf zur Campside – Beachparty ist angesagt! Tom hilft seit gestern beim Aufbau der Zelte, Kinderanlagen und Werbebanner. Er geniesst dabei seine Boys. Nebenbei besorgt er die Zutaten für unsere Cocktailbar – eine von Toms zukunftträchtigen Einkommensideen. Viele Freunde besuchen uns. Und auch Sharon wird mir gebracht, jetzt mache ich die Freuentänze. Mama hat sie ganz hübsch hergerichtet: Keck schaut sie aus, in ihrem rosa Kleidchen und mit den drei Kajal-Punkten auf der Stirnmitte. Ich könnte den intelligenten Fratz nonstop abküssen. Auch Shengoma natürlich; er trägt eine massgeschneidere Weste in afrikanischem Kitenge und schwarze Lackschuhe – das wird mal ein smarter Mann. Wir alle amüsieren uns herrlich bei den erfindungsreichen Tanzwettbewerben für Jung und Alt, gesangliches Talent ist von der Animatorin gefragt, die aufgeblasenen Luftschlösser von den Kindern. Einige Unruhestifter entdecke ich mal am Rand der Campside. Da erlebe ich die Security-Masai auch kurz in Action: hopla, wo kommt denn die Peitsche plötzlich her… zischt die durch die Luft! Sonst ist und bleibt der Nachmittag friedlich, fröhlich ausgelassen. Ich gackere vorallem bei der arrangierten Hühnerjagd der Männer (auf echte Hühner, nicht auf uns Weiber). Auch die „bösen“ Kommentare, welche Tom seit einigen Tagen hören muss, bringen uns immer wieder zum lachen: Ich brachte ihm aus Zanzibar ein T-Shirt mit – darauf steht nur ein einfaches Wort: Mzungu! Weniger lustig finde ich gerade die ersten Abschiede; Methodia heult ziemlich laut los, ich tue es bei Sharons Byebye etwas zurückhaltender. Das Gefühl aber stimmt, war auch für mich schön, nochmals Goodbye sagen zu können. Was unsere Drinks anbelangt: Tanzanier sind und bleiben wohl Bier- oder Spiritustrinker. Jede unserer Kostproben wird gerühmt – aber dann wird doch Safari&Co. bevorzugt. Dann halt. Tom und mir haben die in Whiskey eingelegten, gezuckerten Ananasstücke dafür umso besser geschmeckt und für den direkten Nachhauseweg mit der Fähre hat es unseren Schlaf wunderbar vertieft. Kwaheri Bukoba, adieu Kiroyera.

Für die letzten zehn Tage Kiseke richten wir unser neues Daheim heimelig ein. Das Haus ist gut möbliert: ein grosszüger Secher-Esstisch, zwei flauschige Sofas, grössere Reserve-Wassertanks und ein breites Kajüten-Hochbett! Im alten Zuhause hinterliess ich Josephine eine abschliessende Abrechnug, wobei ich auch die acht kleinen Zwiebeln aus ihrem Garten nicht unterschlagen habe – ich bleibe bestimmt Niemandem was schuldig. Der Saldo würde sogar zu meinen Gunsten ausfallen und ich kann mir ein lautes schadenfreudiges Lachen nicht ver-kneiffen! Per sms informierte ich sie vor der Bukobaüberfahrt über den Auszug – keine Antwort bis heute – wen wunderts.

Jetzt, die letzten Tage Tanzania, habe ich noch unzählige kleine, teils persönliche, Sachen hier und da und dort und überall zu erledigen. Als letzte „Touren“ gibt’s eine Reihe Telefonitis-Tschüss-Sagen und einige persönliche Kwaheri-Besuche – auf Wiedersehen.

Dann endlich – wie wunderschön – werden wir am Mittwoch meine liebste Freundin Esthi empfangen – eine weitere Mzungu im Haus! Sie besucht mich, bevor sie in Moshi teachen geht. Zufällig sind es meine letzten drei Tage Mwanza. Tom und ich fahren darauf zu seinen Verwandten nach Kenya. Aber vorher sollte ich nebenbei auch mein Geschäftliches zu Ende führen. Das wird nie fertig! Soeben habe ich noch ein Logo für unsere endlich – auch wun-derschön – juristisch abgesegnete und vom Staat eingetragene „MTA Mwanza Tourist Association“ gemacht. Am Donnerstag ist „meine“ letzte Monatssitzung mit den MTA-Mitgliedern. Einige Touristen werde ich noch durch Mwanza führen und meine Kontaktad-ressen und „hängenden“ Projekte Mary übergeben. Von der Schweiz aus werde ich alles weiterverfolgen und weiterkreiieren und ja, vielleicht bald wieder vor Ort supervisen. Ich kann nur hoffen, dass mein Erreichtes und Vorgespurtes und -eingefädeltes nach meinem Weggang nicht vollständig versandet.

Mit Father George feiern wir Abschied, nein, ein zukünftiges Wiedersehen! Er zeigt uns in seinem Nyegezi/Malimbe ein paar geheime Strandtipps – der Vorhang geht auf. Die Inder: märchenhafte Anlagen eröffnen sich hinter versteckten Mauern. 1001 Nacht bei Tag. Perfekt idyllisch. Familienclans picknicken, Kinder spielen Federball, Männer besprechen Verträge und Frauen vergleichen ihre Hennas. Zu viert geniessen wir die Spaziergänge auf den englischen Rasen vorbei an wuchtigen Palmen, über hübsche Brücken. Zu viert: Father Aurelio aus dem „konservativen“ Sudan ist mit von der Partie. Er wurde ungefragt für drei Jahre an die hiesige Uni geschickt. Seit zwei Wochen in Mwanza, versucht er sich dem ziemlich „gegensätzlich“ offenen, lebensfreudigen ostafrikanischem Leben anzupassen. Er hat schon etwas Mühe damit. Pasteur Aurelio ist gleich alt wie ich. Sein goldener Ehering entdecke ich; natürlich hat so einer wie er eine Frau an seiner Seite. Aber nein, der Ring steht für „Meine eigene Vermählung mit Gott, ich bin katholischer Pfarrer. Doch…obwohl, Andrea, manchmal ist es schon nicht ganz einfach…“. Kein Wunder, Aurelio ist auch ein Charmbolzen von einem wunderschönen Mann! Aber eben, Tom ist da, Aurelio „verheiratet“ und ich ein braves Mädchen…

Wir lachen viel zusammen. Vorallem, wie Father George nach einem Bierchen zuviel in dunkler Nacht über diesen oder jenen Stein stolpert. Ernsthaft empört will er nicht glauben „Wie kann jemand diesen einfach hier so liegen lassen!“. Auch startet er einen äusserst ge-wichtigen Test. Bei entgegenkommenden Menschen grüsst er mit „Schöner Nachmittag!“, statt mit Guten Abend. Wenn die Antwort gleich lautet, dann weisst du, dass es ein Einhei-mischer ist. Wenn das Echo ausfällt oder korrigiert wird mit „Guten Abend“, dann hüte dich, dann ist es ein Fremder, sprich, in Father George Worten: „Ein Feind“. Ich muss dann mal hinters Gebüsch, sonst mache ich mir vor Lachen in die Hose, so wie Georgy freudig und giftig Feinde sammelt!

An der Hauptstrasse ist kein Daladala in Sicht. Wird mich wundern, wenn wir um diese Nachtzeit noch einen finden. Ich male mir schon die Szenarien einer ungewollten Übernach-tung wo-auch-immer-aus. Wir warten, wir warten, wir warten, ich schmunzle. Father Georges Stossgebet wird erhöhrt. Da kommen Lichter auf uns zu: So klettern wir auf einen Rie-senschaufelstrassenbagger und tuckern eine Dreiviertelstunde lang in hoher Freiluft Richtung Stadt. Und sicher hat Aurelios Worte weitergeholfen: Schön, wie in Stadtmitte ein Typ gezielt von Weit her und herwinkt. Bleichgesicht-Leuchtfarbe in der Nacht; ich liebe meine Busjungs!

Noch welche News? Ja… Pura: Sie krampft wie immer, lacht wie immer, sieht aus wie immer. Vor zwei Wochen hat sie Mary eröffnet, dass sie Endsmonat ein Baby zur Welt bringen wird!!

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knirps schengoma

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