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Archive for Oktober 2011

Da höre ich bei einem Zwischenrast zwischen die urchigen Bäumen mit den „Altmännerbärten“ hindurch eine Zwischeninfo eines anderen Gruppenguides an seine Climberin. Sein Vater hatte doch sage-und-schreibe sechs Ehefrauen! Die Touristin ist ganz entzückt. Ich zwinkere Madaraka zu. „Frag ihn, er solle meines Grossvaters Anzahl erraten“, lacht er zurück. Acht, meint der Guide, nein, zehn, nein, elf? Madarakas Grossvater hatte 22 Ehefrauen zufrieden zu stellen! Das Thema hatten wir beide schon bei meinem Besuch im August letzten Jahres, woraus Madaraka meinte, eine hätte ihm schon gereicht.

Nun hat er die Stammbaumfrage im seinem Blog (lange vorgenommen) festgehalten ;-).

Wednesday, October 12, 2011 Zanaki culture
In Zanaki Culture, polygamous marriages was the norm, rather than the exception. My grandfather, Chief Nyerere Burito (circa 1860 – 1942) had 22 wives. On average, traditional leaders had more wives than other members of the community.

What was common to both the rulers and the ruled was the existence of a semi-official system of mistresses whose presence was known even to the wives. The practice exists among some elders to the present. Chief Nyerere had 4 of these mistresses.

I have attempted to estimate the number of uncles, aunts, and cousins from my grandfather’s 22 wives and I have come up with a figure above 6,500.

Tradition is not always easy to follow. Chief Nyerere’s predecessor, Chief Edward Wanzagi, had only 11 wives. Chief Wanzagi’s son and current chief, Japhet Wanzagi, has only one wife.

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Hallo zäme

Ich bin zurück. „Leider“. Oder aber eigentlich „auch schön“, denn so kann ich ja wieder hin!!

Ich habs geschafft, ich habe den Berg bezwungen und nicht er mich, ha! Nein wirklich, es war ein wunderschöne, interessante Woche. Die ganzen acht Tage revuepassieren….das wäre doch etwas viel. Aber ein paar Klicks:

Wir sind acht „Bergsteiger“ von ganz jung bis noch ganz rüstig: Madaraka Nyerere, Sohn des Staatsgründer und ersten Präsidenten Tanzanias; Jaffar Amin, Sohn des dritten Re-genten aus Uganda; Jim Becket der amerikanische Filmemacher, Jim Whitney der Kame-ramann mit Sohn August; von Reisebüro Zaratours selber der Kenyaner Steve, und die Tanzanierin Sulfa, Praktikantin bei den sozialen Werken von Zaratours. Der jüngste ist 18jährige August, Jim Becket der Älteste mit 75 Jahren!! Beim vorabendlichen ersten Brie-fing und Materialcheck durch unseren Tourguide Yahoo, lernen wir uns kennen und sind freudig erregt auf unser Abenteuer.

Rote Erde, dichter Regenwald, saftig grüne und öde karge Hügel, steinige Felsen, weit-sichtige Plateaus geschmückt mit den unterschiedlichsten Pflanzen und Steinformation. Die natürliche Geräuschkulisse ist fantastisch – vom unterschiedlichsten Vogelgezwitscher über zum deftigen Affen-Gezänke. Die naturgegebenen Düfte sind einmalig – ehm, die der Pflanzenwelt, wie auch die unsrigen ;-). Die zu Füssen tanzenden Sagex-Kügelchen gene-rieren auf den ersten 4600müm eine lustige Schneeballschlacht; der Grosstropfregen hin-gegen lässt jeden gedankenverloren verstummen. Leicht nieselnde Wolkenluft, wie auch starre Stillen kehren immer wieder. Vielleicht läuft mir ein hübscher Stein über den Weg, das wäre doch ein nettes Souvenir? Oha, all die Herzen und verschmitzten Gesichter die mich anzwinkern, ich könnte den halben Berg abtragen! Die Bäume und Felsformationen sind genauso gesellig. Ich bin am Geniessen und Abschalten, manchmal in meiner eige-nen Welt.

Vier-Sterne-Klasse. Ja, so würde ich die Dreigänge-Küche bezeichnen! Wir werden so was von verwöhnt! Man könnte es sich ja mit Päckli-Suppe & Co. einfach machen. Aber nein, alles frische Zutaten. Bis zuletzt gibt es köstliche Gemüsesuppen, leckere Fleisch- und Fischgerichte/-Saucen und feinste Eintöpfe, Eier in jeglicher Ausführung, verschiede-ne Pasta(formen), Pommes, frittierte Bananen und Gebäck, diverse saftige Früchte, knuspriges Knoblibrot, Peanatbutter/Jam/Honey/Hot Chocoalte/krosser Toast&Co zum Frühstück und zwischendurch sogar warmes Popcorn! Und ich haue auch entsprechend rein und habe nach zwei, drei Stunden schon wieder Hunger. Toll, so hemmungslos und verbrennungssicher xtausend Kalorien verputzen zu können. Ludowig amüsiert mich, wie er die ganzen Wege in einem halbdurchsichtigen blauen Plastiksack die rohen Eier unge-schützt mitträgt. Der kulinarische Luxus fängt mit dem Weckdienst um halb sieben an: eine heisse Tasse Tee ans Bett, eh ich meine ans Zelt. Dieses teile ich übrigens mit Jim Be-cket. Und kalt habe ich darin! Das ist meine grösste persönliche Herausforderung, die Lie-gekälte, schon in der zweiten Nacht herrschen Minustemperaturen. So bin ich froh um Jim; nein, wir rücken natürlich nicht aneinander, was denkt ihr denn! Aber zwei Menschen ge-ben doch etwas mehr Wärme ab. Morgens könnte man das eisige Aussenzelt fast „bre-chen“, bbbrrrr. Doch beim Sonnenaufgang ist das schnell weggefühlt und vergessen. Auf-wachen über unendlichen Wolkenmeere – einfach nur wow!

Unsere Truppe versteht sich wirklich gut. Wir diskutieren viel ernstes und lachen auch un-endlich. Während dem Wandern, während den Mahlzeiten, persönliche Geschichten & Gedanken, Afrikas Politik, Tanzanias Zukunft, …. Ich bekomme scheinbar den Award für mein „fröhliches und unerschöpfliches“ Gemüt, Jaffar den fürs am meisten Reden 😉 – Stimmprobe auf youtube. Schuddrig schön ist das Happy Birthday-Singen bei Kerzen-schein für Jaffars Tochter Sauda. Strahlend schön sind die Gesichter unserer Porter beim immer-wieder-Reinlangen-können in meine Schweizer-Schoggi-Büchse.

Wir sind glücklich&dankbar, dass keinem von uns was passiert ist, dass wir alle gesund und wohlauf sind. Das ist nämlich gar nicht so selbstverständlich. Beim letztjährigen Climb polterte nächtens neben Madarakas Zelt mannhohes Steingeröll runter, diesmal ist es Jim beim Pipigang, der vom Straucheln in den Fall gerät. Jeder kennt das, wenn man beim Herunterlaufen „nicht mehr stoppen kann“. Und das bei Nacht über ungesehene Steine und Zeltschnüre hinweg – echt glimpflich abgelaufen. Und „Herunterlaufen“, auch das ersttägige deftige Nasenbluten bei Steve ist nur zweimalig. Ganz bös kaputt lache ich mich über Jaffars Gang, nachdem er die letzten zwei Stunden Rückweg in den Socken durch den Regenwald läuft! Meine Wewehchen? Eben, erstaunlicherweise keine. Ich dope mich nur in der letzten Nacht: ein Panadol nachdem der Nacken anfängt sich bemerkbar zu machen (vom Stirnlampen-auf-den-Boden-Leuchten und Rucksack-Ziehen) und zwei Schluck Energie-Dextro. Kein Bauchweh, kein Schwindel, kein Erbrechen, keine Atemnot. Wir schaffen es alle – sogar Sulfa!

Apropos laufen: die Lemosho-Route ist die Längste mit den acht Tagen/sieben Nächte. Aber auch die anklimatisierungsfreundlichste und abwechslungsreichste. Wandern tun wir, mmmh, grob nach dem Plan gerechnet 4+10+9+5+4+8+10+4+ Stunden und wir gemütli-chen etwas länger.. doch etwa 60 Stunden! Es geht von 1990 über 2400 auf 3700 wieder runter zu 2400 dann auf 3900 runter zu 1800 hoch zu 4600 zurück bis 3900 zu 4200 nach 3900 auf 4600 hinauf auf 5895 runter auf 4600 dann 3100 bis 1800 – chömeder drus ;-)? Am drittletzten Tag bin ich ungeplant vornean ein kleines Quäntchen schneller als die Gruppe, die Distanz wird langsam grösser. Als dann der 27jährige Innocent (ein pures Energiebündel) neben mir auftaucht, also zum persönlichen Guide avanciert, hihi, ziehen wir los. Von 3800 m laufen, klettern, erzwingen wir fröhlich diskutierend das nächste Pla-teau auf 4600. Und immer noch ist mein Atem normal – ich finds great! Überhaupt, wie die Guides zu uns schauen, allfällige Schwachpunkte erkennen und handeln, da kann man sich nur sicher fühlen – asante sana!

An zehrendsten ist der restliche Aufstieg auf 5895 MüM. Zuvor laufen wir nur eine handvoll Stunden, relaxen am Nachmittag und werden nach dem Diner gleich ins Bett geschickt. Um 22h ist Weck- und unbedingt-ganz-dick-Anziehzeit: zwei Wärmeunterhemden, zwei Faserpelze (einer bis zur Nase hinauf, der andere zusätzlich gefüttert), ein Daunengilet, ein Windstopper, ein Regenwindcoat, Fleece-über-Ohren-Nackenkappe, dicke Fäustlinge und Sonnenbrille (wie bitte (?)…Windschutz für die Augen…). Eine letzte leckere Schüssel Porrige, Wasserfassen, Stirnlampe an und lostrotten in die schwarze Nacht hinauf. Ein langsamer Schritt nach dem anderen. Beim ersten Halt kriegt Sulfa ein Zusatzpaar Hosen und ihr Rucksack nimmt man ihr ab. Beim zweiten Stopp wird sie mit Energiewässerchen abgefüllt. Trotzdem hängt sie beim Weiterlaufen mehr am vorangehenden Träger und die Beine ziehen nach. Ich muss jemanden anderen an meinem Platz lassen, ihr Bein-geschlurfe zu sehen ist anstrengend für mich. Nach zeitlosen Stunden Laufen und einigen Litern Eiswasser-Trinken: ein tief violetter Sonnenaufgang, die ersten glitzernden Glet-scherwände – wir sind da! Und wie! Man sagt, dass man nach 5-15 Minuten vom Uhuru-Peak wieder runtergehen sollte – ha! – wir müssen uns nach einer halben Stunde zwingen, den Abstieg zu beginnen. Eine unglaubliche Nacht, eine unvergesslicher Morgen. It was wonderfull & fun!!

Was unsere Porters anbelangt (25 Krampfer für 8 Personen)? Hut ab! Wir gehen gemüt-lich und frei (bis auf den wassergefüllten Tagesrucki) pläuschlend unseren Weg. Unsere Helfer laufen gestaffelt mit 25 Kilo am Rücken und auf dem Kopf an uns vorbei. Manche singen vor sich hin, bei einigen läuft laut der Transitorradio. So stehen unsere Zelte und persönlichen Sachen immer bereit, die Stühle laden im Essenzelt ein, der erste Drink war-tet genauso, wie vor jeder Mahlzeit und Frühmorgens heisses Wasser zum Waschen! Nachdem man die auslaugende körperliche Arbeit miterlebt, da ist die Höhe desTrinkgel-des keine Frage. Echt, ich bin wirklich beeindruckt. Viele der Porter können (noch) nicht gut englisch – jeder unserer Führer hat mal so angefangen – doch sind sie alle immer zu-vorkommend fröhlich und freuen sich auf jedes Zwischenschwätzchen.

Fazit: Jeder von uns „Touris“ ist sich wohl selber (wieder) etwas näher gekommen. Ein paar brauchten starken Durchhaltewillen, einigen liefs wie am Schnürchen. Und immer wissend, wir tun dies für einen guten Zweck – nur schon das lässt niemanden aufgeben. Wo wir Gruppen passieren, wo wir bei Pausen überholt werden „Go for Charity“ zu hören, bestätigt uns! Und natürlich wir bleiben dran……

Euch allen danke ich ganz ganz herzlich für eure Unterstützungen – sei es durch die moti-vierenden Worte, die ausgeliehenen Materialen, die Überweisungen und all die positiven Gedanken für mit auf den Weg. Ich denke, es hat euch am 26.9. um 8.30h ganz schön gekitzelt in der Nase ;-)))))

Eure Andrea

Friedensauszeichnung in Cannes? Ich freu mich drauf:
http://www.youtube.com/results?search_query=jaffars+dream&aq=f

Und der nächste Einsatz? Wahrscheinlich im November in Dresden an der African-Week, um für unsere Werke die Trommel zu rühren…

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TOP FUN!!!

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