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Archive for Februar 2015

Hello!

Ein Weilchen verging…nach der Todesmeldung von Peter… Anfänglich bin ich unerwartet gefasst. Erst zwei Wochen später habe ich einen heulenden Traueranfall. Inzwischen habe ich auch Mary informiert. Sie ist geschockt. Auch William habe ich getextet. Er kann es nicht glauben. Er wird sich aufmachen, die Grabstätte von Peter zu finden. William meint, ich solle ihm den Kontakt seiner Familie in Kenya angeben. Nein! Diese haben meine Nummer und eMail. Wenn Peter in Kenya beerdigt wäre, hätten sie mich das sicher wissen lassen. Auch können wir nicht von unserer Seite her anrufen. Denn falls sie (noch) unwissend sind, werden sie misstrauisch. Und ohne was-in-den-Händen will ich dem Onkel keine trüben Gedanken bescheren. Abwarten, was William melden wird. Allerdings werde ich etwas wütend auf ihn, denn er zieht andere Anlässe immer vor (facebook sei Dank bin ich bestens darüber informiert). Ich finde es nicht korrekt, aber wieder einmal mehr, blustet sich William auf und hintendurch denkt er nur für sich. Schade.

Mitte Oktober. Ich habe immer noch keine definitiven Neuigkeiten. Der Typ, der die Nachricht nach Kiseke brachte, ist seither nicht mehr aufgetaucht und auch nicht erreichbar. Ich werde mich damit abfinden müssen, eine unabzuschliessende Geschichte zu haben.

Dann endlich ruft William an. Schon wieder eine neue Nummer. Kein Wunder, auch er hat mindestens fünf fixe neben all den anderen… HEEE??!!!   Was, nein, das ist die Direktwahl aus dem Paradies!! Peter redet mit mir!! Ich sage ihm ganz direkt, er sei doch tot. Er nimmt es einerseits gelassen, andererseits erstaunt ihn dies. Immer wieder versichert er sich, dass ich seine Stimme wiedererkenne. Er ist in Mugumu. Er sei sehr krank gewesen. Man habe ihn heimlich hierher gebracht. Warum? Schweigen. Sam habe alles arrangiert. Ein Gemischgebrabbel von Streitereinen ist dabei, von Kidnapping, von Krankheit… Aber jetzt sei er wieder wohlauf, in Sicherheit. „Die letzten sechs Wochen seien hart gewesen.“ Sechs Wochen? Du hast mich vor über drei Monaten zuletzt angerufen. Da wird es merkwürdig still am anderen Ende. Peter hat wahrlich einen Filmriss über Wochen! Und ich will eigentlich gar nicht aufgeklärt werden. Nicht am Telefon, das verstehe ich zu Widersprüchliches. Er möchte mit Mary sprechen. Ich gebe ihr die Nummer. Sie schreibt mir später, ohne konkreteres zu erwähnen, dass es ein Wunder sei, dass Peter noch lebe, da sei soviel Unglaubliches passiert. Später höre ich von anderer Seite, dass es überall in Tanzania viele schlimme Todesfälle gab, bedingt durch „vergifteten“ Kognagy!

Wie auch immer. Peter lebt. Und er klingt wirklich gut. Und er wird nicht böse, als ich ihn bitte, „sesshaft“ zu werden. Dies, indem er sich eine liebe Frau sucht und endlich seine eigenen Kinderlein produziert…

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Adieu!!

Ein Weilchen ist es her…. & ich mit Jobwechsel, privaten Weiterbildungen &&& sehr beschäftigt… Peters Geschichte dazwischen? Nachwehen-en-gros!!

Ihr erinnert euch, als er vor über einem Jahr Scherereien bekam. Er ist darauf weitergezogen in ein anderes Vorortvillage von Mwanza, in entgegengesetzter Richtung. Dann höre ich, dass die Truppe Männer, die ihn verprügelt hatte, wieder aus dem Gefängnis herauskam. Natürlich liessen sie die Schmach nicht auf sich sitzen und gingen erfolgreich auf die Suche nach Peter. So ist er mehrmals „geflüchtet“. Er fängt an zu erzählen, dass die Leute ihn wohl umbringen wollen. Er denke, zurück nach Mugumu zu gehen (wo er seine inzwischen verstorbene Mutter nach 25 Jahren wieder fand) oder sogar nach Kenya (wo er sich aber vor den Reaktionen seines Onkels fürchtet). Jobmässig hielt er sich solala über Wasser. Gesundheitlich klagte er immer wieder über übelste Malaria (wobei er einmal sieben Tage stationär gewesen sei – wenn das stimmt, dann war er wirklich schlimm dran).
Dann ruft er anfangs Juni an. Oha, der Herr hat einen sitzen. Anfänglich noch geduldig höre ich ihm zu. Er fleht mich an, dass ich als seine Freundin ihn retten müsse. Sie wollen ihn umbringen. Er müsse nach Musoma fliehen. Musoma? Das ist, wie wenn mir in der Zentralschweiz jemand sagt, er müsse nach Basel, wobei dieser aber doch aus Mulhouse, als über der französischen Grenze herkommt. Peter kann mir nicht erklären, warum Musoma und auch nicht, welche Krankheit er angeblich hat und schon gar nicht konkret, warum er vor welchen Leuten flüchten muss. Ich werde vehement und sage ihm, er dürfe mir bei klarem Kopf gerne nochmals anrufen und alles erklären. Ups, er ruft: „Du lässt mich hängen. Du wirst nie, nieee wieder von mir hören…!!“. Er hängt auf, Première! Ich bin etwas verdutzt, reagiere aber nicht weiter. Wahrscheinlich sitzt er jetzt am anderen Ende und erwartet meinen nochmaligen Rückruf. Falsch gedacht…

Auch wenn wir uns die acht Monate nur eine handvollmal gehört haben, durchgeklingelt hat Peter periodisch alle zwei Wochen. Nur ich nicht jedesmal zurück, der muss nicht meinen, ich schwimme im Geld. Nun jetzt höre ich nichts mehr. Und da der Herr keine feste Telefonnummer besitzt, probiere ich es gar nicht erst irgendwo.

18. August. Ich bekomme eine sms von Neema rein. Mmmh, wir texteten doch erst gerade… Was muss ich da lesen? Es tue ihr leid mir mitteilen zu müssen, dass Peter gestorben sei! Ich rufe sie an. Die Nachricht sei gestern bis nach Kiseke gekommen. Peter sei vor Wochen verstorben. In welchem Village wusste sie nicht, wie&warum auch nicht; aber sie werde sich schlau machen. Ich erfahre, dass Peter „an nicht geklärten Gründen“ gestorben ist. Eine Variante ist die Mischung aus Alkoholismus, Malaria und einer Schlägerei, eine andere lauter, dass man ihn umgebracht habe! In seinem Dorf habe man dann Geld gesammelt und sein Leichnam sei nach Musoma überbracht worden. Und da deckt es sich glaubwürdig. Da haben wir wieder „Musoma“??? Ich verstehe die Welt gerade nicht mehr. Und irgendwie stimmt da auch was nicht. Traurig bin ich. Und etwas wütend, dass ich die Erfahrung machen muss, „im Streit“ unversöhnt auseinandergegangen zu sein… Lebe wohl!!

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