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Hallo zäme

Ich bin zurück. „Leider“. Oder aber eigentlich „auch schön“, denn so kann ich ja wieder hin!!

Ich habs geschafft, ich habe den Berg bezwungen und nicht er mich, ha! Nein wirklich, es war ein wunderschöne, interessante Woche. Die ganzen acht Tage revuepassieren….das wäre doch etwas viel. Aber ein paar Klicks:

Wir sind acht „Bergsteiger“ von ganz jung bis noch ganz rüstig: Madaraka Nyerere, Sohn des Staatsgründer und ersten Präsidenten Tanzanias; Jaffar Amin, Sohn des dritten Re-genten aus Uganda; Jim Becket der amerikanische Filmemacher, Jim Whitney der Kame-ramann mit Sohn August; von Reisebüro Zaratours selber der Kenyaner Steve, und die Tanzanierin Sulfa, Praktikantin bei den sozialen Werken von Zaratours. Der jüngste ist 18jährige August, Jim Becket der Älteste mit 75 Jahren!! Beim vorabendlichen ersten Brie-fing und Materialcheck durch unseren Tourguide Yahoo, lernen wir uns kennen und sind freudig erregt auf unser Abenteuer.

Rote Erde, dichter Regenwald, saftig grüne und öde karge Hügel, steinige Felsen, weit-sichtige Plateaus geschmückt mit den unterschiedlichsten Pflanzen und Steinformation. Die natürliche Geräuschkulisse ist fantastisch – vom unterschiedlichsten Vogelgezwitscher über zum deftigen Affen-Gezänke. Die naturgegebenen Düfte sind einmalig – ehm, die der Pflanzenwelt, wie auch die unsrigen ;-). Die zu Füssen tanzenden Sagex-Kügelchen gene-rieren auf den ersten 4600müm eine lustige Schneeballschlacht; der Grosstropfregen hin-gegen lässt jeden gedankenverloren verstummen. Leicht nieselnde Wolkenluft, wie auch starre Stillen kehren immer wieder. Vielleicht läuft mir ein hübscher Stein über den Weg, das wäre doch ein nettes Souvenir? Oha, all die Herzen und verschmitzten Gesichter die mich anzwinkern, ich könnte den halben Berg abtragen! Die Bäume und Felsformationen sind genauso gesellig. Ich bin am Geniessen und Abschalten, manchmal in meiner eige-nen Welt.

Vier-Sterne-Klasse. Ja, so würde ich die Dreigänge-Küche bezeichnen! Wir werden so was von verwöhnt! Man könnte es sich ja mit Päckli-Suppe & Co. einfach machen. Aber nein, alles frische Zutaten. Bis zuletzt gibt es köstliche Gemüsesuppen, leckere Fleisch- und Fischgerichte/-Saucen und feinste Eintöpfe, Eier in jeglicher Ausführung, verschiede-ne Pasta(formen), Pommes, frittierte Bananen und Gebäck, diverse saftige Früchte, knuspriges Knoblibrot, Peanatbutter/Jam/Honey/Hot Chocoalte/krosser Toast&Co zum Frühstück und zwischendurch sogar warmes Popcorn! Und ich haue auch entsprechend rein und habe nach zwei, drei Stunden schon wieder Hunger. Toll, so hemmungslos und verbrennungssicher xtausend Kalorien verputzen zu können. Ludowig amüsiert mich, wie er die ganzen Wege in einem halbdurchsichtigen blauen Plastiksack die rohen Eier unge-schützt mitträgt. Der kulinarische Luxus fängt mit dem Weckdienst um halb sieben an: eine heisse Tasse Tee ans Bett, eh ich meine ans Zelt. Dieses teile ich übrigens mit Jim Be-cket. Und kalt habe ich darin! Das ist meine grösste persönliche Herausforderung, die Lie-gekälte, schon in der zweiten Nacht herrschen Minustemperaturen. So bin ich froh um Jim; nein, wir rücken natürlich nicht aneinander, was denkt ihr denn! Aber zwei Menschen ge-ben doch etwas mehr Wärme ab. Morgens könnte man das eisige Aussenzelt fast „bre-chen“, bbbrrrr. Doch beim Sonnenaufgang ist das schnell weggefühlt und vergessen. Auf-wachen über unendlichen Wolkenmeere – einfach nur wow!

Unsere Truppe versteht sich wirklich gut. Wir diskutieren viel ernstes und lachen auch un-endlich. Während dem Wandern, während den Mahlzeiten, persönliche Geschichten & Gedanken, Afrikas Politik, Tanzanias Zukunft, …. Ich bekomme scheinbar den Award für mein „fröhliches und unerschöpfliches“ Gemüt, Jaffar den fürs am meisten Reden 😉 – Stimmprobe auf youtube. Schuddrig schön ist das Happy Birthday-Singen bei Kerzen-schein für Jaffars Tochter Sauda. Strahlend schön sind die Gesichter unserer Porter beim immer-wieder-Reinlangen-können in meine Schweizer-Schoggi-Büchse.

Wir sind glücklich&dankbar, dass keinem von uns was passiert ist, dass wir alle gesund und wohlauf sind. Das ist nämlich gar nicht so selbstverständlich. Beim letztjährigen Climb polterte nächtens neben Madarakas Zelt mannhohes Steingeröll runter, diesmal ist es Jim beim Pipigang, der vom Straucheln in den Fall gerät. Jeder kennt das, wenn man beim Herunterlaufen „nicht mehr stoppen kann“. Und das bei Nacht über ungesehene Steine und Zeltschnüre hinweg – echt glimpflich abgelaufen. Und „Herunterlaufen“, auch das ersttägige deftige Nasenbluten bei Steve ist nur zweimalig. Ganz bös kaputt lache ich mich über Jaffars Gang, nachdem er die letzten zwei Stunden Rückweg in den Socken durch den Regenwald läuft! Meine Wewehchen? Eben, erstaunlicherweise keine. Ich dope mich nur in der letzten Nacht: ein Panadol nachdem der Nacken anfängt sich bemerkbar zu machen (vom Stirnlampen-auf-den-Boden-Leuchten und Rucksack-Ziehen) und zwei Schluck Energie-Dextro. Kein Bauchweh, kein Schwindel, kein Erbrechen, keine Atemnot. Wir schaffen es alle – sogar Sulfa!

Apropos laufen: die Lemosho-Route ist die Längste mit den acht Tagen/sieben Nächte. Aber auch die anklimatisierungsfreundlichste und abwechslungsreichste. Wandern tun wir, mmmh, grob nach dem Plan gerechnet 4+10+9+5+4+8+10+4+ Stunden und wir gemütli-chen etwas länger.. doch etwa 60 Stunden! Es geht von 1990 über 2400 auf 3700 wieder runter zu 2400 dann auf 3900 runter zu 1800 hoch zu 4600 zurück bis 3900 zu 4200 nach 3900 auf 4600 hinauf auf 5895 runter auf 4600 dann 3100 bis 1800 – chömeder drus ;-)? Am drittletzten Tag bin ich ungeplant vornean ein kleines Quäntchen schneller als die Gruppe, die Distanz wird langsam grösser. Als dann der 27jährige Innocent (ein pures Energiebündel) neben mir auftaucht, also zum persönlichen Guide avanciert, hihi, ziehen wir los. Von 3800 m laufen, klettern, erzwingen wir fröhlich diskutierend das nächste Pla-teau auf 4600. Und immer noch ist mein Atem normal – ich finds great! Überhaupt, wie die Guides zu uns schauen, allfällige Schwachpunkte erkennen und handeln, da kann man sich nur sicher fühlen – asante sana!

An zehrendsten ist der restliche Aufstieg auf 5895 MüM. Zuvor laufen wir nur eine handvoll Stunden, relaxen am Nachmittag und werden nach dem Diner gleich ins Bett geschickt. Um 22h ist Weck- und unbedingt-ganz-dick-Anziehzeit: zwei Wärmeunterhemden, zwei Faserpelze (einer bis zur Nase hinauf, der andere zusätzlich gefüttert), ein Daunengilet, ein Windstopper, ein Regenwindcoat, Fleece-über-Ohren-Nackenkappe, dicke Fäustlinge und Sonnenbrille (wie bitte (?)…Windschutz für die Augen…). Eine letzte leckere Schüssel Porrige, Wasserfassen, Stirnlampe an und lostrotten in die schwarze Nacht hinauf. Ein langsamer Schritt nach dem anderen. Beim ersten Halt kriegt Sulfa ein Zusatzpaar Hosen und ihr Rucksack nimmt man ihr ab. Beim zweiten Stopp wird sie mit Energiewässerchen abgefüllt. Trotzdem hängt sie beim Weiterlaufen mehr am vorangehenden Träger und die Beine ziehen nach. Ich muss jemanden anderen an meinem Platz lassen, ihr Bein-geschlurfe zu sehen ist anstrengend für mich. Nach zeitlosen Stunden Laufen und einigen Litern Eiswasser-Trinken: ein tief violetter Sonnenaufgang, die ersten glitzernden Glet-scherwände – wir sind da! Und wie! Man sagt, dass man nach 5-15 Minuten vom Uhuru-Peak wieder runtergehen sollte – ha! – wir müssen uns nach einer halben Stunde zwingen, den Abstieg zu beginnen. Eine unglaubliche Nacht, eine unvergesslicher Morgen. It was wonderfull & fun!!

Was unsere Porters anbelangt (25 Krampfer für 8 Personen)? Hut ab! Wir gehen gemüt-lich und frei (bis auf den wassergefüllten Tagesrucki) pläuschlend unseren Weg. Unsere Helfer laufen gestaffelt mit 25 Kilo am Rücken und auf dem Kopf an uns vorbei. Manche singen vor sich hin, bei einigen läuft laut der Transitorradio. So stehen unsere Zelte und persönlichen Sachen immer bereit, die Stühle laden im Essenzelt ein, der erste Drink war-tet genauso, wie vor jeder Mahlzeit und Frühmorgens heisses Wasser zum Waschen! Nachdem man die auslaugende körperliche Arbeit miterlebt, da ist die Höhe desTrinkgel-des keine Frage. Echt, ich bin wirklich beeindruckt. Viele der Porter können (noch) nicht gut englisch – jeder unserer Führer hat mal so angefangen – doch sind sie alle immer zu-vorkommend fröhlich und freuen sich auf jedes Zwischenschwätzchen.

Fazit: Jeder von uns „Touris“ ist sich wohl selber (wieder) etwas näher gekommen. Ein paar brauchten starken Durchhaltewillen, einigen liefs wie am Schnürchen. Und immer wissend, wir tun dies für einen guten Zweck – nur schon das lässt niemanden aufgeben. Wo wir Gruppen passieren, wo wir bei Pausen überholt werden „Go for Charity“ zu hören, bestätigt uns! Und natürlich wir bleiben dran……

Euch allen danke ich ganz ganz herzlich für eure Unterstützungen – sei es durch die moti-vierenden Worte, die ausgeliehenen Materialen, die Überweisungen und all die positiven Gedanken für mit auf den Weg. Ich denke, es hat euch am 26.9. um 8.30h ganz schön gekitzelt in der Nase ;-)))))

Eure Andrea

Friedensauszeichnung in Cannes? Ich freu mich drauf:
http://www.youtube.com/results?search_query=jaffars+dream&aq=f

Und der nächste Einsatz? Wahrscheinlich im November in Dresden an der African-Week, um für unsere Werke die Trommel zu rühren…

TOP FUN!!!

JUST DONE IT!!!

I am haaappyyyy – we all reached it. A real adventure, a perfect challenge and a lot of fun! KWAHERI NA BUSU, andrea

E-Mail from Madaraka Nyerere 09.08.2011:
It is strange that even after climbing Kilimanjaro three times, each time I am about to start again I feel a surge of excitement and anticipation.
There is Jim Becket, the American filmmaker, his cameraman, and one other person. Jaffar Amin (Uganda), who I cliimbed with last year should also be there. Others are Barbara Allimadi from Uganda, and Remmy Adam from Zara Tanzania. Maybe Yassin Mzee from Zara will also join us. I look forward to seeing you soon. Madaraka

click on the flyer for the walk:

Kili Charity

…und wie es scheint, ist der Internetanschluss endlich auch konstanter. Prof James Spillanes E-Mail werden stetig länger… Wie ihr unten eingefügt lesen könnt, ist der Kurs Tourismus an der Uni im möglichen Rahmen sehr erfolgreich – mich freuts! Ansonsten hat mir Delphine (James Kollegin an der Uni) geschrieben, dass sie sich nun um ein Babygirl zu kümmern habe, anhand der Wortwahl und dem fehlendem Vornamen scheint es nicht wirklich ein Wunschkind zu sein; tut mir leid für sie. Delphine ist ein liebe intelligente Frau, sie war etwas Richtung Karrierefrau unterwegs… Sie ist aber zuversichtlich, wie für meinen Kili-Walk, sie habe es vor zehn Jahren geschafft.

Baldbaldbald ist es soweit, juhuiiii! Andrea

James last E-Mail
Dear Andrea and all, Peace!

Thanks for the email. What are you doing these days.

Greetings from Mwanza where we just experienced a much needed and totally unexpected full day of rain. It will reduce the level of the dust for a few days. Otherwise our weather has been warm and dry but always pleasant. Hope you are enjoying some nice last summer weather.

Our eager tourist students continue to enjoy their practical experiences which are uncovering their creativity, innovation and new found ability to apply critical thinking. Africans are always forced to be flexible and imaginative in finding ways to cope with the unexpected and unplanned parts of life here. It is a great opportunity for developing their Adversity Quotients [AQ]. Our historical tour group spend a week trying to refine tours to the Bujora Cultural Museum [which exhibits the culture of the Sukuma tribe which is the largest one in Tanzania and dominant in this northwestern part of the country], Butiama [the birth place of Julius Nyerere, the founding Father of the Independent Nation, where there is a nice museum of his memorabilia] and historical sites in the city of Mwanza [especially the colonial administration buildings constructed during the period of the German East Africa period]. In the last case, they all interviewed local people who live near these historical sites to get the “stories” of the local people. Using a digital camera they also compiled some photos that they can use for the power point slide show part of their presentations. The prize we are after is the Regional Commissioner‘s [equivalent to an American state Governor] House. It used to be a German Fortress at the top of a hill with a magnificent view of the city. The Germans also dug a tunnel there that goes all the way down to Lake Victoria. At the moment, it is almost impossible to visit this magnificent historical site perhaps for security reasons. However, we are hoping our clever tourism students can talk the RC into allowing supervised tours of the facility on the style of tours of the American White House. Please pray that creative students won over hypersensitive bureaucrats.

The students working with Radio Kwazera [near the border with Rwanda and Burundi] and Radio SAUT FM [on campus] have been given the green light to give regular radio programs on tourism [15 minutes per week] as well as develop advertisements for tourism companies to increase revenue for these two radio stations. They recently got the complete information on advertising rates and will try to be sales persons for the stations. The cooking team has reported on 10 of the cookbooks we bought in the used books stores in Boston last summer. The two most popular ones were Italian Cuisine and Planning and Preparing Parties and Appetizers. This week they will continue to write out their business plan for a catering company in the form of a cooperative to help pay for their schools fees. Last semester, 15 out of our 60 tourism students could not sit for their exams because they could not pay these expenses. As a private Catholic university, the firm school policy is “no fees, no exams”.

The previous week they saw the film Chocolat about a single mother who opens a chocolate shop in a traditional Catholic village in southern France in 1959, a period before the Second Vatican Council when the traditional Lenten fasting rules applied. Besides obvious emphasis on the hospitality side of running a chocolate shop, the movie was able show the importance of tolerance and inclusiveness in the Catholic Church. Unfortunately, we did not have electricity this week and could not see the Iranian film Color of Paradise [about a blind boy] and will try again on next Monday. One surprise was the visit of a free lance reporter of the Citizen national newspaper to our weekly project presentations. He is an undergraduate lecturer on “feature stories” in the Journalism Department as well as an MA student in the same department. He wants to write a story about the students’ practical experiences. Our team organizing the seminar on the airlines industry made contact with him as a result of reading the many clippings we have on the airlines industry in Tanzania and East Africa. They are hoping to organize a focus group discussion about potential participants in the seminar.

As an exercise in patience and AQ, I had a week of marathon meetings on academic affairs, review of examination results for the whole university and the university budget. In the second case we reviewed the print-out of examination results for EVERY course given last semester to evaluate them. Some grades had to be increased while others were reduced. Fortunately only a few lecturers gave the same grades to all their students. Actually I was edified by the concern shown for fairness and accuracy in the examination process. Because of serious problems with cheating, the final exams are very carefully supervised in terms of leakages of exam sheets before exams and cheating during exams. It is hard with 11,000 students to find the perfect solution to this problem. All the meetings ran from 9 am to 6 pm so I managed to use my growing collection of Swahili vocabulary cards during the many boring parts of the meetings.

This week had an element of Shakespeare’s words that “parting is such sweet sorrow”. The Jesuit student Chaplain and the four Oxford University students departed for a short visit to the island of Zanzibar before heading back to the UK. They were with us for a month of teaching in the parish primary school. Father Emmanuel Mchopa, S.J. left for Nairobi to get his visa for the Jesuit Tertianship program in Manila, Philippines for 6 months. He has been working as a parish priest here for two months. Our newly arrived Fr. Shirima, S.J. has gone of two weeks vacation to his native area of Arusha and Moshi to visit relatives and friends there. Our 10 room residence now has only three occupants. The construction on the new Jesuit residence continues and we can clearly see the progress from the second floor of our current residence. Fortunately Mwanza is known as “Rock City” so there are plenty of large rocks available for the foundation.

We are preparing for the arrival of Dr Steve Duffy and his teenage daughter Ellen. Steve is a classmate from Boston College Class of 1964. He is coming from the University of Nevada Las Vegas where he recently retired as a professor in English as a Second Language [ESL]. He will be concentrating on teaching English for Tourism. Ellen is a high school senior and will attend the nearby Isamilo multicultural International School for a semester. Ellen hopes to be an Olympic swimmer so she will make good use of the large pool on campus that I use each Sunday.

Please remember me to all during your leisure activities this summer. Be assured of our thoughts and prayers. Let us pray for one another.
Gratefully yours,
Fr. Jim

Haha. Es war einmal ein Paket, welches ich am 15.3. nach Masaba schickte… Ein Fotobuch, unzählige einzelne Bilder, etwas Kinderspielzeug und Sämchen für Cherry-Tomaten. Nach der 14-tägigen Zollkontrolle angekommen in Migori, wurde Peter angezeigt, dass Zollgebühren fällig sind (damit habe ich gerechnet). Bis er das Geld abholen konnte, war die Sendung zurück in Nairobi. Das Spiel wiederholt sich xMal: ich kontakte DHL für die Zurücksendung nach Migori, Peter erreicht mich/ich ihn (irgendwann), bis er in der Stadt ist, befindet sich das Paket wieder in Nairobi….. Ich verfolge die Sendung täglich per Tracking. Am 7.5. hat es ein gewisser Marocho ausgehändigt bekommen. Niemand kennt den, geschweige denn, dass einer übrig Geld hat? Ende Juni immer noch keine (Tracking-)News, ausser Peter, der auf meine Email „I dont care anymore“ ganz entsetzt anruft, er habe doch gar nichts Unrechtes getan… Ich will von DHL wissen, wie es sein kann, dass das Paket an jemanden Unerlaubten ausgehändigt wurde. Ha! Und da steht neu auf der Trackingliste, dass die Sendung in Nairobi ist und auf die Zerstörung warte. Gopfgopfgopf! Ich rufe wieder bei DHL an, bestätige für die Rücksendung die Übernahme der Zollgebühren (kommt immer noch günstiger, als alles nochmals neu zu printen). Dann steht im Tracking „Sendung zerstört“, sch…dann hab ich einfach Pech gehabt. Doch da steht soeben DHL smilend vor meiner Tür – und das gratis – vom kenianischen Zoll geöffnet, ist sogar noch alles drin!!! Jaja, jetzt ist eine Entschuldigung gegenüber Peter fällig. Und es bestätigt sich wieder „C’est le ton qui fait la musique“, ich war nicht die stänkernde Kundin; im Gegenteil, ich habe bei allen Kontakten darüber herzlich lachen müssen. Jetzt bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als die versprochenen Fotos selber vorbeizubringen… ;-)))

Hebids guet! Andrea

Counter auf: http://madarakanyerere.blogspot.com/

Soeben waren es 14 Wochen, 3 Tage, 0 Stunden, 30 Minuten und 1 Sekunde!

MZUNGU

http://muhunda.blogspot.com/search/label/Andrea%20Wobmann

Madarakas Blog, die Seite, wo ich und Peter uns in das Gästebuch für in seines Vaters kostbare Bibliothek eintragen. Und da ihr wohl doch noch etwas weniger Suhaeli versteht als ich, hier seine englische Übersetzung:

Madaraka said…
Andrea Wobmann ameniomba nimpe tafsiri ya taarifa hii
Andrea Wobmann has asked me to provide a translation of this post:

I was visited recently by Andrea Wobmann, a Swiss citizen, who was in Tanzania for some months as a volunteer in cultural tourism activities in the city of Mwanza.

She was accompanied by his host from Mwanza (whose name I will post here after a while be-cause I do nor remember it) who wore a t-shirt written “mzungu.”

Earlier I thought that the t-shirt should have been worn by Andrea, but when I perused through the dictionary, I discovered that, perhaps, I do not understand Swahili that well. That word, as written on the t-shirt, has other additional following meanings, in addition to the one that many speakers of Swahili know:

1. Something that is unusual
2. Training that is given to preschoolers
3. Slyness, craftiness, shrewdness, cleverness

If the words on the t-shirt were “Mzungu”, that is, with a capital letter at the beginning then that meaning which I had initially though of would have been correct, according to the Swahili-English Dictionary of the Insititute of Kiswahili Research (TUKI) of the year 2001.

Ja, Madaraka hat Recht, das MZUNGU-T-Shirt sollte eher ich tragen, ich bin ja die Weisse. Aber mit der einen Übersetzung mzungu „etwas Ungewöhnliches“, trifft das wunderbar auf Peter zu ;-).

Nach heutigem Wissen hat ihm, Peter, das Wirte-Sein wohl nicht so gefallen, besser, seinen nicht zahlen wollenden Gäste. Er möchte sich wieder Richtung Tanzania aufmachen. Vorgestern rief er an, er sei aber dafür verhindert gewesen – Pikipiki-Unfall mit zweiwöchigem Spitalaufenthalt (?). Mmmh, bei meinem Crash war ich nach 5 Stunden wieder entlassen… Mmmhh, irgendwas geht da nicht so ganz auf. Jänu, ich werds dann wohl mal erfahren.

Aber vorerst freue ich mich, wenn es im September klappt, mit Madarka und dem amerikanischen Filmemacher Jim Becket einen Charity-Walk auf den Kilimanjaro zu machen… 🙂

…und heute….?

Seit vier Monaten bin ich zurück. Manchmal ärgert es mich, wie die Zeit vergeht, dies aber etwas “non-sence” wenn ich vergleiche, was ich in Tanzania in sechs Monaten alles erreichen und umsetzen konnte.

Mein erstes Telefonat mit Peter war schön. Sein erster Satz war “Ich vermisse dein Lachen”. Eva erzählte mir, dass sie bei mehreren Sitzungen gedacht hat, da würde Andrea jetzt smilen, das würde sie jetzt so tun oder so und so das Gespräch galant führen oder beenden, sie vermisst meinen positiven fröhlichen Power. Auch in den Mails von Mary steht immer, dass ihnen meine Lacher fehlen. Und ehrlich gesagt, mit fehlen diese auch – die Meinen und die der Mitmenschen! So karg das Leben in Afrika sein kann, so einfachst ihr herzliches Gemüt ist, so ehrlich tiefer können unbeschwerte Momente sein und man freut sich und schmunzelt und lacht über die kleinsten Dinge. Mit meinem manchmal “naiven” Reden und meinem scheinbar bändesprechenden Gesichtsausdruck bei der Untermalung von Ideen oder dem Erzählen einer Geschichte, habe ich viele Freunde und Bekannte zum Lachen gebracht und sie dadurch wiederum mich. Doch, diese Momente vermisse ich sehr. Was ich bewahren konnte und immer noch kann, ist die noch geduldigere Gelassenheit. Wenn nicht heute, dann morgen – natürlich ohne lazy zu werden, ohne meine bekannte Zuverlässigkeit zu verlieren.

News aus Ostafrika? Oh ja!
In Mwanza hat Rouven, der Volontär aus Deutschland, seine Talente unter Beweis gestellt und hauptsächlich zur Vollendung des MTIC mitgewirkt. Eva selber zieht sich etwas zurück, um ihre private Ideen umzusetzen. Sie hat endlich ein passendes Haus gefunden. Ihre Projekte werde ich verraten, wenn sie denn öffentlichkeitstauglich sind. Silale, ihren Bodyguard hat sie im Dezember entlassen müssen. Er hat sich je länger je unangebrachter als “Hausherrn” aufgespielt, anstelle seiner Aufgaben gerecht zu werden. Er habe in Pasiansi eine Anstellung in einem Shop bekommen, wo er aber scheinbar seines Gebahrens wegen nicht sehr beliebt war. Eva weiss die Gründe nicht, will sie auch nicht erfahren: Nach zwei Wochen wurde er in der Nacht brutalst zusammengeschlagen, zwei Tage später starb er im Spital an den Verletzungen.

An Weihnachten habe ich Mary erreicht – im Hintergrund die Grossfamilie auf aufjauchzen, hat mich ganz schön getschudderet. Marys Mutter, ihr Vater, der Neffe Joshua, Jadida, Theo und Pura mit Babyboy rufen mir Grüsse zu. Marys Neuigkeiten nehme ich nur halb auf, ich geniesse zu sehr, ihre Stimme zu hören, mit ihr zu Lachen. Ganz stolz ist sie, dass sie es in November mit Madaraka geschafft hat, auf den Kilimanjaro zu steigen. Wie gerne wäre ich dabei gewesen – vielleicht nächstes Jahr.

Bei Father George habe ich auch jedesmal schon ein Riesensmile auf dem Gesicht, weil ich weiss, wie ich ihm beim Abheben gleich reinreden muss. Bei unbekannten Anrufern hat er nämlich die Eigenart, ohne hinzuhören nons-stop wiederholt auf suhaeli zu sagen “Father George aus Nyegezi spricht hier. Hier ist Father George aus Nyegezi…”. Und glücklich lächelnd hänge ich jeweils wieder auf, wenn er mir zusagt, mich in seine Gebete einzuschliessen.

Und mein Tom? Peter ging zuerst nach Bukoba zurück, wo er eine 12köpfige Gruppe durch Rubondo-Island führte. Zwei Wochen später gab es keine Arbeit mehr. Ich hatte zwischenzeitlich mit William und Mary Kontakt und meinte, es sei nicht fair, ihn nur so sporadisch kommen zu lassen, da müssten sie ihm schon auch die Reisespesen hier- und dorthin übernehmen. William bestätigte mir dann eine “angemessene” Bezahlung für diese Zeit. Peter hat sich damit in Kenia neues Küchenequipement besorgt, bald wird er das Restaurant in seinem Village Masaba eröffnen. Einmal noch war er zurück in Tanzania. Er war krank, glaubte der Diagnose im Spital Migori nicht und fuhr die 7-h-Busfahrt in mein Hindu-Spital in Mwanza-City – die Diagnose war die selbe! Auf dem Rückweg übernachtete er in Magu, von wo er sich entschloss, ein Fahrrad zu nehmen. Am Mara River, dort wo über die stählerne Brücke das Fotografieren verboten ist, eehm wäre, dort wurde er überfallen und dabei ziemlich verletzt. Alles, Mobile, Kamera, Kleider, Schuhe sind weg. Er ging nach Musoma retour, wo ihn unser Polizeikommandant Elias drei Tage lang aufpäppelte und ihm neue Kleider und Passierschein besorgte. Als ich ihn fragte, wie er denn um Himmelhergottswillen auf die Idee kommt, diese ganze Strecke zu radeln. Seine Antwort? “Oh Andrea, es war sooooo schön!! Diese Landschaft, diese Stille, diese Stärke. Mein Gott, ich hab noch nie sowas genossen…” Typisch, genau so sind sie, schlussendlich steht das Schöne im Vordergrund. Der Ausschlag zu seinem Reisemittel war ein gesehener Unfall zweier Busse mit Toten und Verletzten.

Zu meiner Frage, wie es ihm denn wegen seinem „Schicksal“ gehe. Wieder mein geliebtes „Oh Andrea…“. Nein, er brauche keinen Alkohol mehr, er habe eingesehen, dass er auch ohne diesen einschlafen kann. Und nein, er habe auch keine Rachegelüste mehr, das sei nicht in seiner Hand. Er wisse, dass er ein guter Mensch sei und nun auch ein gutes Leben führen will. „Und, oh Andrea, kein Alkohol mehr, ich bin richtig slim geworden und fühle mich wohl in meiner Haut“.

Weitere „Nachwehen“ bei mir? Neben dem Vermissen und vor-Ort-tun möchten… Jeden Monat schmunzle ich, wenn ich meine Frauenwoche kriege. Mugang’a sei dank (?), seit den Besuchen bei der lieben Hexe habe ich zum ersten Mal in meinem Leben meine Regel regelregelregelmässig ;-). Meine Schläfen und Knienarben verheilen auch schön, nur nach einer durchtanzten Nacht spüre ich das Knie. Ansonsten vermisse ich das Bier nicht (hab noch kein Einziges wieder getrunken), dafür aber den feinen Fisch – wenigstens Ugali hab ich gefunden, juhee… und das werd ich heute Abend beim Betrachten meines Fotobuches geniessen!!!

Kwaheri & Bahati, Andrea